Kapitel 6

Von Söldnern und saufenden Mördern

Kurz vor Morgengrauen öffnete sich die Eingangstür der Villa. Aren Marces kam heraus und stieg in die geschlossene Kabine einer Kutsche, welche auf dem Hof für ihn bereitstand.
Das zweispännige Fuhrwerk setzte sich eilends in Bewegung und das klatschende Geräusch mehrerer Peitschenhiebe gab mir das Zeichen aufzubrechen.
Ich konnte es kaum erwarten, dem Großhändler seine Hässlichkeit aus dem Gesicht zu prügeln. Nichts auf dieser Welt würde mir in diesem Moment mehr Freude bereiten!
Sofern sie nicht die halbe Stadt durchquerten, dürfte es kein Problem sein, mit dem Wagen Schritt zu halten.
Von der robusten Eiche aus kletterte ich auf das nächste Hausdach und verfolgte mein Ziel – mit der aufgehenden Sonne im Rücken.
Glücklicherweise war die Bauweise – anders als im Oberen Viertel – in der Unterstadt eng und unstrukturiert, sodass es kein Problem war, von einem Haus auf das andere zu springen, ohne dabei abzustürzen.
Der Kutscher legte ein ordentliches Tempo vor und bewegte das Fuhrwerk in rasender Fahrt durch enge Gassen und verwinkelte Straßen.
Der Weg führte unmittelbar in die ruchloseste und gefährlichste Gegend der ganzen Stadt: das Söldnerviertel.
Was hatte er in dieser Gegend zu suchen? Selbst für den mächtigen Marces konnte diese Fahrt seine letzte sein. Und so wie sein Diener den Pferden die Peitsche gab, ließ sich unschwer erraten, welche Aufmerksamkeiten er erweckte.
Kein anderes Viertel, außer denjenigen, welche von der mysteriösen Seuche am meisten Befallen waren, hatte seit dem Hortlingkrieg mehr Übel erlebt.
Die Zahl der Überfälle explodierte förmlich, allesamt unter der Flagge eines Geschwürs, das mit jedem Tag größer zu werden schien … Söldner!
Es gab kein Wort, was den Tod besser beschreiben würde, als dieses von Geld und Gier zerfressene Gesindel. Ihre Treue und Loyalität endete nicht selten im Verrat an ihren noch ärmlicheren Herren. Und selbst Reiche mussten sich hüten. Einzeln stellten sie kaum eine Gefahr dar. Sie ähnelten einem Schwarm Hortlinge, die lediglich in ihrer schieren Anzahl gefährlich wirkten.
Ein beschämender Vergleich, den ich gleich wieder abschüttelte. Denn jeder Hortling, den ich im Krieg töten musste, war ein besserer Gegner!
Ich wagte mich nicht aus der schützenden Hülle meiner mit Schattenöl getränkten Klingen, die ich vor meinem Aufbruch heraufbeschwor.
Der aufgewirbelte Wind meiner Bewegungen ließ die schwarze Silhouette wie einen Zyklon über die Dächer wehen und muss für jeden Beobachter ein Werk abstrakter göttlicher Kunst gewesen sein.
Der Kutscher verlangte viel von seinen Tieren. Er fand offensichtlich Gefallen daran, wenn er mit geißelnder Peitschenhand auf die Tiere einschlug und dabei nur haarscharf Kollisionen mit zahlreichen Häuserwänden entging.
Ihre Fahrt endete schließlich auf einem abgelegenen Platz weit ab der Straße.

Zwischen jeglichem Abfall und einer verlassenen Halle, die schon bessere Zeiten gesehen hatte, schien es außer dem Großhändler und seinem merkwürdigen Begleiter keine andere Seele weit und breit zu geben.
Ich hielt mich auf Abstand und ging nach einem schwungvollen Abstieg hinter einer eingefallenen Mauer in Deckung.
Marces und der Kutscher verhielten sich ruhig und stiegen zögernd von dem Karren.
Was verdammt nochmal hatten die beiden vor?
Bis auf diese einsturzgefährdeten Hütte fand sich absolut nichts, was auch nur im Geringsten auf ein paar Antworten schließen könnte.
Der stämmige Pferdelenker rollte sein Werkzeug an einem kunstvoll geschnitzten Holzgriff zusammen und sicherte sein Fuhrwerk, bevor er zu seinem Passagier aufschloss.
Seine Lederpeitsche war von eingearbeiteten Metalldornen gespickt und von blutigen Pferdefleischresten übersät.
In der Nähe des Eingangs tauchte anschließend ein Mann in einer einfachen Lederrüstung auf und schritt geradewegs auf den Großhändler zu.
Mir kam er nicht bekannt vor und er entsprach mit seinem disziplinären Auftreten und der markanten gepflegten Art nicht dem üblichen Standard der hiesigen Gesellschaft.
Er erinnerte mich an einen Offizier der Stadtwache, nur ohne den weißen Umhang und den Wappenrock, auf dem der Münzhaufen ruhte.
Offensichtlich waren beide nicht sonderlich überrascht, als sie sich ansahen und nach einem kurzen, für mich unverständlichen Gespräch, zogen sie sich in die Halle zurück.
Verdammt! Wenn die ganze Aktion nicht umsonst sein sollte, musste ich versuchen, näher an die beiden heranzukommen! Aus dieser Entfernung würde ich nicht mal mitbekommen, wenn diese Bruchbude einstürzen würde.
Ungewollt schlich ich mich schließlich aus meiner Deckung und versuchte in die Nähe des Eingangs zu gelangen. Ich ließ alle Vorsicht walten, umkreiste die Kutsche und hielt am Gespann inne.
Die Brutalität des fanatischen Kutschers zeigte im nächsten Moment gänzlich ihr schreckliches Ausmaß. Noch niemals hatte ich Zugtiere in einem dermaßen schlechten Zustand gesehen. Der Schweiß auf ihren zitternden Rücken verschwamm regelrecht zwischen den herabhängenden Hautfetzen, die bereits zu eitern begannen.
Wieso nahmen diese edlen Tiere eine solche Strafe auf sich, wo sie doch so viel stärker waren als ihr aufgezwungener Lenker?

Die aus den Haltern gerissenen Tore des Eingangs schienen unbewacht.
Ich nutzte meine Chance und glitt unbemerkt in den Innenraum. An allen Ecken stapelten sich Kisten und Apparaturen aus Glas, welche ich nur von den Apothekern vom Großmarkt her kannte.
Das musste die gestohlene Frachtladung sein, dachte ich!
Zwischen zwei Podesten, die noch mehr Kisten beherbergten, fand ich eine gute Position, um die gesamte Umgebung zu überblicken.
An verschiedenen Stellen schufteten Arbeiter mit nicht sonderlichem Elan an mehreren Karren, die mit noch mehr Kisten beladen waren.
Und genau mitten in dem lustlosen Getümmel stand das Dreiergespann und umringte mit starren Blicken eine offene Kiste.
Nun stand mir zwischen ein paar Antworten und einem sicheren Rückzug nur noch einer im Weg: Ein Aufseher, der nur wenige Schritte vor mir stand und die Arbeitsabläufe überwachte.
Seine aufgerissenen Augen klagten mich verzweifelt an, als das knackende Geräusch gebrochener Knochen in seinem Kopf widerhallte und er mit durchtrenntem Genick in meine wartenden Arme fiel.
Ich schleifte die Leiche hinter die Podeste und konzentrierte mich auf den im Gespräch versunkenen Großhändler.
»Ihr seid im Verzug, Söldner! Ich bezahle Euch nicht dafür, dass Eure Männer ihren Sold in Faulheit umsetzen!«, fauchte Marces und zeigte dabei auf die lustlosen Arbeiter.
Der unbekannte Dritte reagierte verdrossen. »Das nennt Ihr Sold? Von diesen Hungerlöhnen können sich meine Männer nicht einmal die billigste Hure leisten, geschweige denn einen Tag ohne Hunger überstehen!«, erwiderte der Mann, dessen Schläfen vor Wut die Adern hervorschießen ließ und dabei seine blonde militärisch korrekte Kurzhaarfrisur in Szene setzte.
»Eure Männer sind entbehrlich! Denkt an unsere Vereinbarung. Sind wir erst am Zug, so werdet Ihr mehr als nur Geld Euer Eigen nennen dürfen«, versuchte der Großhändler, den aufgebrachten Söldner zu beruhigen.
»Ihr wollt Krieg? Ich gebe Euch Krieg! Doch führt man Schlachten mit Soldaten. Niemand wird für Euch kämpfen mit ein paar lausigen Münzen in der Tasche«, spottete er und beugte sich dabei bedrohlich über den deutlich kleineren Marces.
»Jeder wird den Sold bekommen, der ihm zusteht, darauf habt Ihr mein Wort!«
»Euren Kopf darauf, dass Ihr Euer Wort haltet, Großhändler! Keiner wird Euch fallen hören, solltet Ihr es brechen!«
»Droht Ihr mir etwa, Söldnerführer?«, spie Marces wütend aus, während der Kutscher die Dornenpeitsche ausrollte und nur auf den geeigneten Befehl wartete, um sie sprechen zu lassen.
Söldnerführer? Das war Varga?
Vargas Blick fiel musternd auf den Kutscher und stellte mit seiner verruchten Mimik Marces Naivität unter Beweis. »Ihr fordert mich in meinem Viertel heraus?«, fragte der standfeste Anführer. »Nehmt lieber Euren Freund beiseite, bevor er sich noch ernsthaft verletzt!«
Marces winkte seinen Diener unbeeindruckt ab und ging gelangweilt auf Varga zu. »Zur Sache! Bringt Eure Männer wie besprochen in Position. Ich kümmere mich währenddessen um Euren Sold. Nun liegt es an Euch, den Inhalt der Kisten zu verbreiten.«
Die Situation der zwei Alphatiere beruhigte sich kurz darauf etwas und als die territorialen Grenzen unmissverständlich abgesteckt wurden, fand auch der Söldnerführer wieder zurück in seine kranke Realität.
»Ich habe einige Boten bereits entsandt. Sobald alles bereit ist, erfolgt die Überbringung unserer tödlichen Botschaft an die Ahnungslosen. Nachschub haben wir, wie Ihr seht, genug. Lassen wir das Elend erneut über diese kaputte Stadt hereinbrechen!«
Vargas abschließende Worte stellten die Fronten eines kommenden Krieges klar dar. Nur wer war ihr Feind und welche todbringende Waffe führen seine Boten mit sich?
Zu meinem Bedauern konnte ich nicht sehen, was sich in der offenen Kiste vor ihnen befand. Nur eines stand definitiv fest. Es war Eigentum der Klinge!
Ziemlich beunruhigt krümmte sich mein Magen, während sich meine Sehnen und Muskeln vor Wut gegen das Podest pressten.
Meine Hand griff instinktiv nach den Sichelklingen, die immer noch in ihren Scheiden steckten und im Gleichklang den Schatten hinausgleiten ließen.
Wenn ich meinen Auftrag zur Zufriedenheit meines Meisters und zum Wohle der Stadt ausführen sollte, so wäre jetzt der Zeitpunkt gekommen, sie zusammen ungeschützt auszumerzen und das beginnende Chaos zu ersticken.
Doch ein Gedanke ließ meine Hand in jenem Moment wieder zurückzucken, … wenn Vargas Boten bereits unterwegs waren, kann nur die Gilde helfen sie aufzuhalten.
Auf sicherem Rückzug schlich ich aus der Halle und begann meinen schier endlos werdenden Rückweg. Ich nahm die Beine in die Hand und bewegte mich zügig durch jede Abkürzung, die mir zeitlich einen Vorsprung bot. Nach kurzer Zeit stand ich mit brennendem Atem und zitternden Beinen am Eingang der Taverne Zum rostigen Dolch.

Ich schritt durch die knarrende Tür, vorbei an dem geschäftstüchtig nickenden Barmann und dem üblichen Abschaum, der die Taverne regelmäßig besuchte.
Der Eingang zu den Klüften der Gilde sollte für jeden Gast genau das widerspiegeln, wie ihre Besitzer es beabsichtigt hatten: einen normalen Kellereingang. Keine geheimen Klopfzeichen, kein Schloss, keine Wachen.
Unterhalb schallte der Trubel von saufenden Mördern und halbnackten Barmädchen, die sich sehr körperbetont um ihre unersättlichen Gäste kümmerten.
Das Krachen der Stufen kündete baldige Stille in der Gildentaverne an.
Ich stürzte die Treppe hinunter und verschwand, ohne die zu mir hinstarrende Gesellschaft zu beachten, durch die nächste Tür.
Teroks Gemächer erreichte ich erstaunlich schnell, obwohl ich mich hin und wieder in diesem verdammten Labyrinth verlaufen hatte.
Schließlich stand ich erneut vor der fragwürdigen Holzbrücke, die über die schwarze Schlucht führte. Auf halbem Weg über die wackelige Brücke nahm ich den Schlüsselstein – den mir Terok als Zeichen seines Vertrauens gab – und öffnete darauf die magische Tür.
Die Höhle schien leer, nur die wärmende Quelle ließ kontinuierlich ihren heißen Dampf aufsteigen.
Hoch oben auf dem Bett des Mörderfürsten räkelten sich zwei Mädchen, die auch mich bereits öfter mit ihrer beeindruckenden Schönheit verführt hatten. Sie nannten nicht mehr ihr Eigen als die zerrissenen Nachtkleider, welche nur noch spärlich ihre glänzende Haut bedeckten. Ihre schwer atmenden Körper suchten gegenseitige Nähe und rieben sich in stöhnender Hitze aneinander. Schweißperlen rannen an den harmonischen Rundungen entlang und tropften von ihren weichen Leibern. Auf allen vieren streunend, wie ein Rudel Tiere, die sich um eine Beute schlängelten. Wilder Atem pulsierte durch den Raum und hinterließ den süßlichsten Duft, den ich je gerochen hatte.
Die Sklavinnen verfolgten meine Bewegungen mit ihren hypnotischen Blicken und ließen mich ihre Schwingungen spüren.
Mein Körper schrie innerlich auf und verlangte nach ihnen. Die reinste Folter für einen Mann in Eile!
Und keine Spur von Terok! »Verdammt, wo seid Ihr, alter Mann?«, rief ich laut aus, ohne damit zu rechnen, dass die Worte ihr Ziel finden würden.
»Ich bin hier, Krayac«, antwortet eine betagte Stimme.
Überrascht, ihn gefunden zu haben, glitt ich durch den Samtvorhang, der Höhle und Balkon trennte.
Am Klippenrand stand er da, seine Hände am Rücken verschränkt und in die tiefe Schlucht starrend. Das erste Mal, dass ich ihn ohne Kapuze und der goldenen Lederrüstung sah. Ein wahrlich alter Mann, dessen gezeichneter Körper vieles gesehen und erlebt haben musste.
Ich hätte wohl lieber den Mund gehalten.
»Habt Ihr erledigt, was ich Euch befohlen habe?«, fragte er mich.
»Ich habe … die Gelegenheit verpasst. Doch gibt es wichtigeres zu berichten!«, gab ich ihm schlichtend bei.
Terok beachtete mich nicht. Er starrte nur noch intensiver ins Bodenlose. »Versagen werde ich nicht dulden, Krayac!«, hallte sein Ruf durch die Schlucht.
»Meister?«, fragte ich mit weit offenen und verdutzten Augen.
Er drehte sich um und schritt gefährlich nahe am Klippenrand auf und ab. »Könnt Ihr Euch vorstellen, welche Folgen es mit sich bringen würde, wenn meine Krieger nicht das ausführen, was ich ihnen befehle? Das Chaos würde in kurzer Zeit durch unsere Tore brechen. Viele solcher Komplikationen haben uns Zeit gekostet. Zeit, um selbst die Freuden des Lebens nicht auskosten zu können«, maßregelte er mich, während er zurück in den Eingang seiner Gemächer blickte. »Der Diebstahl der Fracht unseres Lagerschiffes hat uns in unserer Machtposition in dieser Stadt stark zurückgeworfen. Das Letzte, was ich gebrauchen kann, ist Versagen!«, grollte seine kratzende Stimme.
Niemals hatte ich Terok in einer derartigen Haltung erlebt. Seine Augen verengten sich zu kleinen Schlitzen und schienen eine Persönlichkeit widerzuspiegeln, die sich von reinem Hass nährte.
»Aber es ist nicht so …«, brachte ich noch heraus, als er mich mit seinem aggressiven Knurren schlagartig unterbrach.
»Ich werde nicht zulassen, dass Ungehorsam und Dummheit meine Gilde in Gefahr bringt!« Terok starrte dabei auf eine verrostete Kette, welche an einem Pfahl hing und geradewegs in den Abgrund ragte.
An ihrem Ende hing die verstümmelte Leiche einer Stadtwache, auf dessen bleicher Körper verkrustetes Blut klebte. Ihr Mund war weit aufgerissen und bot eine Fratze des Schmerzes und der Folter … Dockoffizier Meret!
Der Anblick schnürte mir die Kehle zu. Wie Eiseskälte schoss es mir durch Arme und Beine. Ich verlor fast das Gleichgewicht und drohte schwankend nach vorne überzukippen.
Teroks Blick legte sich schlagartig auf mich und seine strafenden leeren Augen vernichteten jede Hoffnung in mir, nicht auch neben dem toten Offizier zu baumeln. »Was sind das für Nachrichten, die Euer offensichtliches Versagen zu entschuldigen wissen?«
Nach kurzem Zögern berichtete ich dem Gildenmeister ausführlich von meinen Erlebnissen in den letzten Tagen außerhalb unserer schützenden Grenzen: Von der Schändung der jungen Frau. Dem Kampf gegen die Wachen von Marces. Die Verfolgung und das darauffolgende Aufeinandertreffen mit Varga. Ich erzählte von der gestohlenen Schiffsladung. Den Boten und den Plänen Krieg gegen einen unbekannten Gegner zu führen. Nur eines verschwieg ich … die tote Lysia.
Im Bruchteil weniger Sekunden veränderte sich alles.
»Ihr habt … sie … sie gefunden?«, stotterte sein auf– und abklappender Mund.
Ich nickte ihm zustimmend bei, während seine faltigen Hände durch sein ergrautes Haar strichen.
»Verzeiht mir, Krayac, das sind gute Nachrichten! Nicht lange und unser Eigen wird wieder in den Händen der Chaosklinge ihren Nutzen finden. Und Ihr werdet bald meine Dankbarkeit erfahren!«, lachte er hallend auf.
»Was wird jetzt geschehen, Meister?«
»Dies, was nötig ist, mein treuer Krayac! Dies, was nötig ist.«

Kurze Zeit später durchbrach Maev den samtenen Vorhang zum Balkon. »Ihr habt mich rufen lassen, Meister?«
Seine feuerroten Augen sprühten Flammen, als er mich sah.
Terok winkte ihn zu sich. Er flüsterte ihm mahnend einige Sätze zu und schickte ihn wieder fort.
Der Hauptmann verließ den Raum und spuckte auf den kalten Fels, als er mir einen letzten ablehnenden Blick zuwarf.
Terok wartete ab, bis Maev die Höhle verlassen hatte, und wandte sich daraufhin wieder mir zu. »Mir sind die Spannungen zwischen Maev und Euch nur zu gut bewusst. Nur ist das jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, diese auszumerzen. Ich werde Euch erneut zur Lagerhalle schicken«, befahl der Gildenmeister. »Findet heraus, wo die Boten sind und auf wen sie es abgesehen haben und beschafft mir mein Eigentum wieder!«
»Wie Ihr wünscht, Meister!«, nickte ich mit einer tiefen Verbeugung und machte mich auf den Weg.
»Noch eine Kleinigkeit, Krayac.«
Ich hielt am Vorhang inne und blickte ihn erwartungsvoll an.
»Ihr werdet Hilfe brauchen. Ich habe Maev befohlen, Euch mit seinen Assassinen zu begleiten.«
Nach diesen Worten klappte mein Kiefer fassungslos nach unten, das hatte mir gerade noch gefehlt!